„Der Mensch wird erst am Du zum Ich.“1 Die Konstruktion von Identität und Alterität in Jenny Erpenbecks Roman Gehen, ging, gegangen
Abstract
Die Medien werden seit Monaten in fast ganz Europa von der Flüchtlingskrise dominiert. Auch Jenny Erpenbecks Roman Gehen, ging, gegangen setzt sich mit der Thematik auseinander, allerdings nicht als eine Reaktion auf die immer stärkere Medienpräsenz. Vielmehr bewegt sie die Frage, „was das für Menschen waren, bevor sie Flüchtlinge geworden sind.“ (Erpenbeck 2015a) Identitätskonstruktionen sowohl von Flüchtlingen, aber auch der Menschen in Europa, wo diese Flüchtlinge ankommen, stehen im Mittelpunkt. Deutschland wird dabei zur Kontaktzone zwischen dem Fremden und dem Eigenen, zwischen Identität und Alterität. In diesem Zusammenhang wird ‚der Andere‘ dem Selbst aber nicht dichotom gegenübergestellt, vielmehr ist das Nicht-Ich dem Ich drastisch vorgeschaltet, wie schon Adorno es formulierte, und wird somit zu einem konstitutiven Bestandteil der eigenen Identität. Neben diesem Sachverhalt wird der Stellenwert von Narration sowohl für individuelle wie kollektive Identitätskonstruktionen untersucht, da besonders kollektive Identitäten als rhetorischer Prozess verstanden werden können. Dazu werden häufig Mythen bemüht, um die eigenen Identitätsentwürfe zu kreieren und zu festigen.Downloads
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